Filmtipp im August

Rostock-Lichtenhagen im August 1992. Die zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber in einer Plattenbausiedlung ist überfüllt, was zu rechtsradikalen Ausschreitungen führt. Der Lokalpolitiker Martin fühlt sich ohnmächtig angesichts der Ereignisse und verschanzt sich in seinem Einfamilienhaus. Zu seinem Sohn Stefan findet er einfach keinen Draht. Der Gymnasiast lässt sich mit seiner Clique durch den Tag treiben und beteiligt sich an den Gewalttätigkeiten. Die Vietnamesin Lien wiederum gerät in Streit mit ihrem Bruder, der nach Vietnam zurückkehren möchte. Lien hofft aber weiter auf eine Perspektive in Deutschland.

Die Bilder von den Ereignissen in Rostock vor über zwanzig Jahren gingen um die Welt. Wie ein wütender Mob so ungebremst agieren konnte, wirft nach wie vor Fragen auf mit denen sich der junge Regisseur Burhan Qurbani (Shahada) in Form einer Tageschronik auseinandersetzt. In starken schwarz-weißen Bildern, die erst zum Abend hin in ausgewaschene Farbigkeit wechseln, folgt er seinen Figuren und deren sich kreuzenden Wegen. Klare Antworten oder Erklärungen darf man von „Wir sind jung. Wir sind stark.“ nicht erwarten. Doch die Entschlossenheit des Filmemachers, sich in dieses Thema zu werfen, ist beeindruckend.

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