Drei Fragen an:
Stefan Stiletto

Freie Mitarbeit Jurymoderator Jugendfilmpreis / Redaktion Kinder- und Jugendfilmportal

Tel. 02191 794-235

stiletto@kjf.de

Seit wann bist du im KJF und was machst du hier eigentlich genau?
Ich habe während des Studiums im Jahr 2002 ein Praktikum beim KJF gemacht. Seitdem arbeite ich frei für das KJF als Autor von Filmkritiken, als Redakteur des Kinder- und Jugendfilm-Portals sowie als Mitglied der Vorauswahl, Moderator der Jury und Texter beim Deutschen Jugendfilmpreis. (Die ungemein anstrengend-schöne-inspirierende Sichtungswoche für den Deutschen Jugendfilmpreis ist defintiv mein Arbeitshighlight im Jahr!)

Welchen Kinder- oder Jugendfilm würdest du nochmal schauen?
Viele. Einer meiner All-Time-Favorites ist „Mein Nachbar Totoro“, weil da so wenig und so viel gleichzeitig passiert und mich dieser Film immer wieder tief berührt. Ähnlich bewegt mich auch „Ernest & Céléstine“ mit seinen reduzierten Zeichnungen in den warmen Farben und dem tollen Held*innengespann aus großem Bär und kleiner Maus. Und die tollen Formenspiele von Tomm Moore aus „Das Geheimnis von Kells“, „Die Melodie des Meeres“ und „Wolfwalkers“ sind immer wieder ein Augenöffner.

Welche Erinnerungen hast du an deinen ersten Medienbildungsmoment?
Ganz sicher nicht der erste, aber prägend: Ich war mit meiner Mutter wenige Tage vor meinem sechsten Geburtstag zum ersten Mal im Kino. In „Mrs. Brisby und das Geheimnis von Nimh“. Es gab Eiskonfekt vor dem Film. Und dann war das so überwältigend, dass ich furchtbar Angst um die kleine Maus Timmy hatte, die krank ist und deren Zuhause bedroht wird. Wir sind zum Glück im Kino geblieben. Timmy hat überlebt. Ich auch.

Mein zündender professioneller Medienbildungsmoment: Als ich in den ersten Wochen meines Pädagogik-Studiums in Trier einen Text über jugendliche Videocliquen gelesen und erstaunt festgestellt habe, dass Horrorfilmgucken aus medienpädagogisch-soziologischer Sicht überhaupt nicht verteufelt wird. Das war’s. So ein schöner, offener, aufgeschlossener, wertschätzender und neugieriger Blick auf Filme, auf Filmrezeption und Filmwirkung! Danach wollte ich Medienpädagoge werden.